Gemeinschaftsübung – Unfall mit Gefahrguttransport

Am 3. Juni 2026 beteiligten wir uns gemeinsam mit den drei Löschzügen der Feuerwehr Großostheim an einer groß angelegten Gemeinschaftsübung. Das realitätsnahe Szenario bot den rund 50 eingesetzten Kräften die Möglichkeit, die Zusammenarbeit bei komplexen und außergewöhnlichen Einsatzlagen unter möglichst einsatznahen Bedingungen zu trainieren.

Gemeinsam vorbereitet für besondere Einsatzlagen

Mehrmals im Jahr führen die Feuerwehren des Marktes Großostheim gemeinsame Übungen dieser Größenordnung durch. Neben den Feuerwehren sind dabei je nach Szenario auch der Rettungsdienst oder weitere Hilfsorganisationen eingebunden. Ziel dieser Übungen ist es, insbesondere die Einsatzlagen zu trainieren, die im Alltag nur selten vorkommen.

Denn neben den zahlreichen Routineeinsätzen gibt es immer wieder besondere Situationen, in denen eingespielte Abläufe, Fachwissen und eine enge Zusammenarbeit gefragt sind. Gerade bei größeren Schadenslagen müssen verschiedene Einheiten und Organisationen innerhalb kürzester Zeit gemeinsam Entscheidungen treffen und Maßnahmen koordinieren. Solche Szenarien regelmäßig zu üben, schafft Sicherheit für den Ernstfall.

Unscheinbare Alarmierung – realitätsnahe Lageentwicklung

Die Alarmierung zur Übung lautete zunächst: „THL 3 – Verkehrsunfall mit mehreren PKW“, lediglich ergänzt um eine Einsatzadresse. Weitere Informationen lagen den rund 50 Einsatzkräften zunächst nicht vor. Um einen möglichst realistischen Einsatzablauf darzustellen, wurden die Fahrzeuge zeitversetzt alarmiert und rückten nacheinander zur Einsatzstelle aus.

Noch vor dem Eintreffen der ersten Kräfte erfolgte die erste Lageänderung: Ein weiterer Notruf meldete ein brennendes Fahrzeug. Damit erweiterte sich das Einsatzgeschehen von einer reinen technischen Hilfeleistung um die Aufgabe der Brandbekämpfung.

Beim Eintreffen zeigte sich schließlich das gesamte Ausmaß der Lage: Mehrere Fahrzeuge waren in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt, insgesamt fünf Personen – darunter ein Kind – mussten aus ihren Fahrzeugen gerettet werden. Ein beteiligtes Fahrzeug war in Brand geraten und zusätzlich mit Gefahrgutkennzeichnung versehen. Die Kennzeichnung wies auf die ADR-Klasse 7 hin – radioaktive Stoffe.

Die Einsatzleitung reagierte umgehend, priorisierte die Menschenrettung und leitete gleichzeitig erste Maßnahmen zur Gefahrenerkundung ein. Fahrer und Kind konnten schnell aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich gerettet werden. Parallel wurden Mess- und Erkundungsmaßnahmen vorbereitet.

Im weiteren Verlauf stellte sich heraus, dass die radioaktive Quelle im Fahrzeug unbeschädigt war und keine Strahlung freigesetzt wurde. Auch eine im Fahrzeug befindliche Gasflasche konnte gesichert werden.

Währenddessen liefen bereits die Rettungsmaßnahmen für die weiteren Verletzten, deren Fahrzeuge sich in ausreichender Entfernung zum Gefahrgutfahrzeug befanden. Insgesamt mussten fünf Personen aus den Unfallfahrzeugen befreit werden – teilweise unter Einsatz hydraulischer Rettungsgeräte, teilweise aus besonderen Lagen wie dem erhöhten Fahrerhaus eines Radladers.

Nach rund 30 Minuten konnte die Übung erfolgreich beendet werden. Alle Personen wurden gerettet, erstversorgt und an den Rettungsdienst übergeben. In der anschließenden Nachbesprechung wurden die Abläufe gemeinsam analysiert und wichtige Erkenntnisse für zukünftige Einsätze gewonnen.

Gemeinsame Übungen wie diese sind ein wichtiger Bestandteil der Aus- und Fortbildung. Sie stärken die Zusammenarbeit der Feuerwehren im Markt Großostheim und tragen dazu bei, auch bei seltenen und anspruchsvollen Einsatzlagen sicher und koordiniert handeln zu können.

Bilder: Feuerwehr Großostheim

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